„Die letzten Tage in L.“ in der Skala

Die Ankündigung glänzt ja schon mit der Behauptung, Ronald M. Schernikau sei eine der „politisch fragwürdigsten Figuren der jüngeren deutsch-deutschen Literaturgeschichte“. Er habe die deutsche Einheit schon vor dem Mauerfall „an sich selbst vollzogen“ – eine sehr witzige Formulierung im Fall eines Menschen, dem es darum ging, zu erklären „warum die ddr und die brd sich niemals verständigen können“.

Die ersten 45 Minuten waren mir peinlich und langweilig, außer bei der Beinaheschlägerei mit einer Frau aus dem Publikum, da war es einfach unangenehm. Ich bin dann gegangen. Danach seien angeblich Texte von Schernikau vorgelesen worden, wird in dieser Diskussion behauptet: „Der Geist des Dichters, abwesend“. Dort erfährt man auch, dass die Aggression kein Teil der Inszenierung gewesen sei. Freunde, die die Skala wohl schon häufiger besucht haben, berichten mir auch, dass dort Zoff mit dem Publikum und plumpe körperliche Angriffe gegen eben dieses auf der Tagesordnung stehen. Das wusste ich ja nicht. Ich weiß auch nicht, was das soll – soll es das Publikum aus seiner Agonie reißen oder so? Oder soll es die Inszenierungen irgendwie „dicht“ machen? Heiter finde ich das Ganze jedenfalls nicht.

Es war ja auch zu erwarten, dass nach dem Schernikauhype der letzten Jahre (u.a. mit der Biografie von Mathias Frings) seitens des BRD-Schwachsinns der Versuch unternommen wird, Schernikau zu rekuperieren. Der Ärmste!


4 Antworten auf „„Die letzten Tage in L.“ in der Skala“


  1. 1 Stanislaw Hirschfeld 05. Juli 2010 um 21:32 Uhr

    Manchmal frage ich mich, ob die Abscheulichkeit der Einheitsdeutschen eher durch ihren expandierenden Wahnsinn oder ihre bildungsferne Dummheit bedingt ist. Dann lehne ich mich beruhigt zurück, sobald mir wieder eingefallen ist, dass ich diese Leute nicht erklären muss, sondern dass es reicht, sie zu beenden. Was für ihre endgültige Ruhigstellung spricht, schreiben die Bekloppten dankenswerterweise schon selber in ihre Ankündigungen, Essays, Artikel und wie sie das eben nennen, was sie geduldigem Papier bzw. wehrlosem Internet bzw. denkenden & fühlenden Wesen wie mir antun.

  2. 2 tee 05. Juli 2010 um 22:23 Uhr

    dein postpubertäres pop-stalino-gelaber ist echt süss. „sie zu beenden“ … zucker!

  3. 3 Stanislaw Hirschfeld 06. Juli 2010 um 0:07 Uhr

    Kauf dir doch gleich ein T-Shirt von mir.

  4. 4 Maik 10. März 2012 um 14:28 Uhr

    Ich bin hier zufällig auf der Seite gestossen.finde es gut das hier ein Denkmal gesetz wird für M.Schernikau Ich habe das Buch von seiner Mutter oder über seine Mutter gelesen.dann wollte ich mir das Buch kaufen „Die Letzten Tage in L“, leider nicht bekommen.Kennt einer ein Verlag wo man das Buch erwerben kann?

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