Archiv der Kategorie 'Ökonomie'

Paulinersympathisanten: Muss wohl der Mossad gewesen sein.

Ein Schmankerl:

Leipzig. Das Amtsgericht Leipzig hat Marko Franke einen Strafbefehl geschickt. Grund: Der 35-Jährige bezeichnete einen Stadtrat der Linken als anstands- und gewissenlos, weil dieser für die Wiederaufstellung des umstrittenen Karl-Marx-Reliefs an einem Kirchen-Nachbau plädiert hatte. Wegen Beleidigung soll der Arbeitslose nun 300 Euro bezahlen.

Aus Marko Franke sprudelt es heraus. Über die marxistisch-leninistische Ideologie spricht er, über die gesprengte Leipziger Uni-Kirche […]
Marko Franke reagiert dünnhäutig, wenn es um die SED-Diktatur geht. Am 10. April 2008 las er im Lokalteil der Leipziger Volkszeitung eine Äußerung von Linke-Stadtrat Siegfried Schlegel. Es ging um das 1974 nahe der 1968 gesprengten Pauliner-Kirche aufgestellte Karl-Marx-Relief. Eine Paulineraula wird künftig am Augustusplatz an das Gotteshaus (sic) erinnern. Es stelle sich die Frage, so sinnierte der Leipziger Abgeordnete Schlegel, ob man den Marx nicht mit dem Neubau kombinieren solle. Franke klickte sich im Internet über die Fraktion bis zu Schlegel und nutzte dort das Angebot, ihm eine E-Mail zu schicken. Die Äußerung in der Zeitung, so schrieb er dem Stadtrat sei ein Beweis, dass „Sie ein Mensch ohne Moral, ohne Glaubwürdigkeit, ohne Anstand und ohne Gewissen sind“. Der Schluss des Textes war kaum verständlich. Er [Schlegel, JFG] sei von einem israelischen Geheimdienstler ausgebildet worden, behauptete Franke. […]

(LVZ, Mittwoch, 13. August 2008)

„Kaum verständlich“ – klar!

Wo doch alles Sinn macht (zumindest für dogmatische Marxisten). Die Feinde der DDR sind meist auch die Feinde Israels. Da beide Gruppen je eine geschätzte Mehrheit der Bevölkerung ausmachen, ist das den Gesetzen der Statistik nach kein Wunder. Andererseits lebt man ja auch unterm Hitlervolk, bzw. dessen Überresten.
Kein Journalist, der sich den grundsätzlichen Fragen gegenüber nicht dumm stellt. Ich habe mein Lebtag keinen Journalisitikstudenten kennengelernt, der einen Ansatz von Esprit hatte. Sie waren ausnahmslos zum Kotzen. Ansichten a la „Kommunismus ist eine Ideologie“ sind gang und gäbe; dass der Kapitalismus auch eine sei oder habe (oder der Feudalismus oder insb. der Journalist!) wird einfach „in Frage“ gestellt oder so einen Scheiß. Man kann ja auch keine Gleichung nullten Grades lösen, also stellt man die existierende Lösung „in Frage“, um sie zukünftig eventuell existierenden Generationen zur Lösung zu überlassen.
Dass, wer etwas zu essen und nix zu tun hat, herumlaufen und seinen vermöge Digitalrecorders aufgenommenen Schwachsinn von Praktikanten und Angestellten mal echt problemlos abdrucken lassen kann, ist eine evtl. eine für die Praktikanten und Angestellten revolutionäre Erkenntnis – dachte ich.

Veröffentlicht wird dies angesichts des Ärgers über den linken Antikommunismus (d.h. Sozialdemokratismus, Revisionismus, bürgerlichen Idealismus), den J. F. Geldsack, Administrator des Roten Reudnitz, bei einer Kneipentour durch Reudnitz erneut unter linken Genossen angetroffen hat. Der Antibolschewismus ist ebenso wie der Antisemitismus Eigentum der Spastis, Genossen!
Was weiß ich, was der Mossad, der BND usw. machen; aber was hat der Sozialismus damit zu schaffen? Wenig, wie die Geschichte bewiesen hat. Ein Geheimdienst für alle! ist heute die Losung. D.h. der sozialistische Sicherheitsdienst. Wer dies nicht einsieht ist blöd bzw. Bunter, Israelkritiker, Pauliner oder schlicht Lunatic.

Grüße,
IM Geldsack.

Uni Leipzig: mal wieder alles klar.

Die Uni Leipzig kündigt eine Tagung an:

Ökonomisierung der Wissensgesellschaft
Wie viel Ökonomie braucht und wie viel Ökonomie verträgt die Wissensgesellschaft?

Man könnte darüber reden, ob es schicklich ist, dass sich eine Universität kaufen lässt, und zwar von privaten Firmen. Dazu hat man aber wahrscheinlich keine Lust, also geht es um irgendwelchen belemmerten Schrott, der Relevanz und Tiefe vortäuschen soll: „Wissensgesellschaft“ (statt Spätimperialismus) und „Ökonomie“ (statt Kapitalismus) usw.

Das Thema, was sie eigentlich besprechen wollen, ist:

Wieviel Korruption verträgt die Wissenschaft?

Das können die aber nicht so klar sagen, weil sie halt gekauft sind.

(Dazu passt auch die Liste der Redner; u.a.:
Prof. Dr. Günther Nonnenmacher (Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung), Dr. Karen Horn (Institut der deutschen Wirtschaft Köln), Prof. Dr. Norbert Lammert, Bundestagspräsident)

Und jetzt kommt’s! Nämlich der Beweis. Die Tagung wird durch ihre eigene Ankündigung überflüssig gemacht, beantwortet diese doch alle Fragen, die jene stellt: Bitte beachten Sie auf dem Flyer die Ecke unten rechts!

Ja, da steht: Sponsor BMW Werk Leipzig.
Na bitte, es geht doch.

Dialektischer Mathe-Realismus

Es gibt keine Disziplin, so weit sie auch vom politischen Konflikt entfernt zu sein scheint, die von Nietzsche nicht von einer konterrevolutionären politischen Perspektive aus gedeutet wird. Man denke an die Physik. Weit entfernt neutral zu sein, ist auch sie vom ruinösen Egalitarismus befallen, der sich auf der sozialpolitischen Ebene ausbreitet: die angebliche „‚Gesetzmäßigkeit der Natur‘“ geht Hand in Hand mit der angeblichen „‚Gleichheit vor dem Gesetz‘“. In Wahrheit handle es sich um „einen artigen Hintergedanken, indem noch einmal die pöbelmännische Feindschaft gegen alles Bevorrechtete und Selbstherrliche (…) verkleidet liegt“. Nach Art der Physiker zu rufen, „‚hoch das Naturgesetz‘“ sei nur eine andere Weise, nach Art der Anarchisten zu rufen, „‚Ni Dieu ni maître‘“

Telepolis: Interview mit Domenico Losurdo über Friedrich Nietzsche

Mob Action!

Bilder einer Bürgerechtsdemo gegen „Obamacare“:


Mob Action!


So siehst du auch aus.


Ärsche: das Opium der Marxisten.


Dies sind keine Judäobolschewiken o.ä.


Für einen Marxisten drückt sich Obama tatsächlich häufig etwas kryptisch aus.


Der Vorwurf, eine allgemeine Krankenversicherung sei „sozialistisch“, ist ja Quatsch. Wie immer, wenn sich Reaktionäre äußern, ist aber sogar hier etwas dran. Alle diese Dinge – Krankenversicherung, Frauenwahlrecht, Ende der „Rassen“-Segregation – wurden eingeführt in der Periode des Vormarsches der Sozialisten, der Arbeiterbewegung und waren Zugeständnisse an diese. Der Kapitalismus an sich, also die „Freiheit“, braucht das eigentlich nicht. Könnte es eine Bürgerrechtsbewegung wie die von Martin Luther King heute noch geben? Nein. Das geht nur, solange die Kapitalisten die Hosen voll haben, also unter den Bedingungen der Existenz der UdSSR. Alle linksliberalen Verächter des Realsozialismus wissen ja nicht, wie sehr dieser zur Verbesserung ihrer Lage beigetragen hat. Ein Dankeschön darf man von ihnen aber nicht erwarten.


„Wie kommt die Scheiße in die Köpfe?“ (R. M. Schernikau)

Alle Bilder von http://www.lookingattheleft.com/2009/09/conservative-woodstock-rocks-the-capital/

Krugman & Marx. Wie viele Dimensionen hat die Politik?

A number of commenters […] objected that it’s not possible to reduce political views to a one-dimensional, left-right scale.

That’s what I would have thought a few years ago. But then I became familiar with the Poole-Rosenthal work on Congressional voting. They use a clever algorithm to jointly map bills and members of Congress in a hypothetical issues space. The number of dimensions in that space is arbitrary — but they found that historically just two dimensions accounted for the great bulk of voting. One dimension corresponded to left-right on economic issues; the other was basically race/segregation.

And since the 1960s, with the great Southern realignment, the race dimension has collapsed. So Congressional politics is left versus right — end of story. Oh, and polarization along that dimension has increased hugely: the center did not hold, and there really isn’t any middle ground.

Now, real people may be more multidimensional than Congressmen. But I suspect that even among the general public, we’re more one-dimensional than you might think.

(Paul Krugman blog)

In den früheren Epochen der Geschichte finden wir fast überall eine vollständige Gliederung der Gesellschaft in verschiedene Stände, eine mannigfaltige Abstufung der gesellschaftlichen Stellungen. […] Unsere Epoche, die Epoche der Bourgeoisie, zeichnet sich jedoch dadurch aus, daß sie die Klassengegensätze vereinfacht hat. Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei große feindliche Lager, in zwei große, einander direkt gegenüberstehende Klassen…

(Manifest der KP, Kapitel I: Bourgeois und Proletarier )

Keynes erklärt die Welt: „my ideas are being tested in Germany“

Looting – non-reproduction – is one of the main ways which capital (as for example today) keeps huge quantities of overvalued fictitious paper afloat seemingly independently of the law of value.
The Nazi economy from 1933-1945 is the extreme illustration (to date) of this process at work in an advanced capitalist economy in crisis. Hitler’s finance minister Hjalmar Schacht reflated the Germany economy with a huge credit pyramid, conjured from almost nothing and financing rearmament (unproductive consumption) while suppressing working-class consumption and keeping workers’ wages at about 50% of their pre-1929 levels (non-reproduction of V) and even choking off most investment in Dept. I (non-reproduction of C). As this first experiment in Keynesianism – recognized as such at the time by Keynes, who said, in his preface to the 1936 German translation of The General Theory, that “my ideas are being tested in Germany” – achieved full employment and reached the “overheating” stage ca. 1937-38, inflation took off.

(L. Goldner: Social Reproduction for Beginners)

Keynes – wahrlich der „Retter des Kapitalismus“, wie die Zeit schrieb. Vom Kapitalismus übrigens stellt die Zeit in ihrer aktuellen Ausgabe (20.08.2009) einerseits fest, dass wir ihm alles Gute verdanken, nicht jedoch das Schlechte (Josef Joffe); und andererseits, dass es ihn gar nicht gibt (Jens Jessen): fortgeschrittener Pluralismus.